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Der Krieg gegen die Ungeimpften ist verloren

Übersetzung eines Textes der kanadischen Autorin Susan Dunham

IG: @susankaydunham

Das Schlachtfeld ist noch blutwarm in der Folge von Kanadas Krieg gegen die Ungeimpften. Die Maßnahmen sind gelockert und beide Seiten stolpern zurück zu etwas, das der alten Normalität ähnelt – außer dass es da eine frische, gegenwärtige Verletzung all der Menschen gibt, die wir versucht haben zu brechen. 

Nur wenige Wochen ist es her, dass es das erklärte Ziel unserer Anführer war, das Leben für die Ungeimpften unerträglich zu machen. Und als damit beauftragtes Kollektiv haben wir die Quälerei zwangsverstärkt, indem wir den Streit in unsere Familien, Freundeskreise und Arbeitsstätten getragen haben.

Schnell glitten wir von Rechthaberei zur Grausamkeit ab. Und wie sehr wir auch unseren Anführern die Schuld für den Anstoß dazu zuschieben mögen, wir sind selbst verantwortlich dafür, dass wir gegen besseres Wissen in die Falle getappt sind.

Wir wussten, dass aufgrund der rasch nachlassenden Wirkung der Vakzine die Immunität der meisten Geimpften vergleichbar war mit der, der kleiner werdenden Minderheit der Ungeimpften, trotzdem markierten wir diese für eine spezielle Verfolgung. Wir erklärten, sie hätten nicht „das Richtige“ getan, weil sie ihren Körper nicht staatlicher Fürsorge überlassen wollten – obwohl die prinzipielle Opposition gegen solche Ansprüche unter allen Umständen geboten ist. Und wir waren ernsthaft bereit zu glauben, dass es ihre Schuld wäre, wenn wir in einen weiteren unnützen Lockdown gingen, und nicht die Schuld toxischer Politik.

Also konnte es geschehen, dass wir durch bewusstes Ignorieren von Wissenschaft, Bürgerrechten und Gemeinwesen die Ungeimpften derartig unter Druck gesetzt haben.

Wir erfanden eine neue Kategorie des guten Staatsbürgers – ohne selbst einer zu sein – und haben mit Vergnügen jeden zum Sündenbock erklärt, der den Vorgaben nicht entsprach. Nach Monaten des Eingesperrtseins fühlte es sich einfach gut an, jemandem die Schuld zuzuschieben und ihn fertigzumachen.

Wir können also nicht stolz den Kopf hochhalten und glauben, wir hätten Logik, Liebe oder Wahrheit auf unserer Seite, während wir bösartig den Ungeimpften den Tod wünschten. Uns bewusst zu sein, mit welcher rabiaten Unmenschlichkeit wir so viele ausgegrenzt haben, ist noch das Beste, das uns übrig bleibt.

Die meisten von uns, die die Unfolgsamen anprangerten, taten es, weil es nach einem sicheren Sieg aussah, als ob die Ungeimpften es niemals ungebrochen schaffen würden. Tatsächlich schien die versprochene „neue Normalität“ unschlagbar, also schlugen wir uns auf deren Seite und behandelten die Standhaften als Prügelknaben.

Aber wir haben diese Wette verloren und für viele von uns ist es schmerzhaft peinlich, jetzt einsehen zu müssen, dass die Maßnahmen nur so mächtig waren, weil wir sie akzeptierten. Nicht dank unserer stillen Folgsamkeit sind wir einer endlosen Unterdrückung durch Big Pharma sowie medizinischen Kontrollen an jeder Tür entgangen, sondern dank eben jener Leute, die wir vernichten wollten.

All jene unter uns, die nicht zur Minderheit der hoffnungslosen Maßnahmen-Fanatiker gehören, schaffen es vielleicht, innerlich Dankbarkeit für die Ungeimpften zu empfinden. Wir schluckten den Köder, indem wir sie hassten, dabei verschaffte uns ihre Standhaftigkeit die nötige Zeit um einzusehen, dass wir im Unrecht waren.

Es scheint gerade als würden die Maßnahmen wiederkehren, aber diesmal besteht die Hoffnung, dass mehr von uns in ihnen das erkennen, was sie wirklich sind: erstarkender Autoritarismus ohne irgendein Interesse am Allgemeinwohl. Wenn es überhaupt einen Gegner gibt, dann ist es das betrügerische Spiel staatlicher Macht und der durchsichtige Versuch uns zu spalten. Dies zu berücksichtigen, scheint unsere beste Chance zur Wiedergutmachung.

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