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NO FUTURE

H. Paulitz, GF der Akademie Bergstraße, hat das Sondierungspapier (SPD, GRÜNE, FPD) analysiert und ist auf 2 bemerkenswerte Aussagen gestoßen:

a)“Das verlangt den von uns angestrebten massiven Ausbau der EE und die Errichtung moderner Gas-KW, um den im Laufe der nächsten Jahre steigenden Strom- und Energiebedarf zu wettbewerbsfähigen Preisen zu decken. (…),

b) Die bis zur Versorgungssicherheit durch EE notwendigen Gas-KW müssen so gebaut werden, dass sie auf klimaneutrale Gase (H2-ready) umgestellt werden können.“

Mit diesen beiden Sätzen stellen die 3 Parteien eindeutig fest, dass die E-Wende mit 100 % EE nach § 30a der intensiven Förderung gescheitert ist. Sie stellen fest, dass wegen des wachsenden Strom- und Energiebedarfs zusätzlich zu den bestehenden Gas-KW sogar neue moderne Gas-KW hinzugebaut werden müssen. Diese werden mit Erdgas befeuert. Ob in Zukunft ein nennenswerter Teil davon mit Speichergasen wie H2 betrieben werden kann, ist wegen den damit verbundenen, hohen WG-Verlusten eher fraglich.

Die Grünen korrigieren mit diesen Sätzen ihre Politik der letzten Jahre, in denen sie gemeinsam mit Umweltverbänden neben dem Atom- und schnellstmöglichen Kohleausstieg beständig auch noch den zügigen Ausstieg aus der Stromerzeugung mit Gas-KW gefordert hatten.

Aus Gründen der energiewirtschaftlichen Notwendigkeit weisen SPD, Grüne und FDP mit diesen beiden Sätzen entsprechende Forderungen des Deutschen Naturschutzrings (DNR), des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), von Greenpeace, World Wide Fund for Nature (WWF), Deutscher Umwelthilfe (DUH) und anderen NGOs zurück, die in Brüssel seit Jahren massiv gegen Gaskraftwerke lobbyieren, obwohl Umweltverbände im Kontext der „Kohlekommission“ zuvor die Notwendigkeit dieser Kraftwerke eingeräumt hatten. In verantwortungsloser Weise forderte die DUH noch in diesem Jahr, die so genannte EU-Taxonomie-Verordnung „sauber zu halten und sich für einen Ausschluss von Erdgas einzusetzen“.

Mit diesem Sondierungspapier ist es nun quasi „amtlich“, dass Wind- und Solaranlagen einen (vollständigen) Backup-Kraftwerkspark benötigen, weil die Sonne nachts nicht scheint und der Wind oftmals so wenig weht, dass die WEA weniger als 1 % ihrer bundesweit installierten Leistung ins Stromnetz einspeisen. 30 a nach Beginn der intensiven Förderung der Wind- und Solarenergie wissen wir, was geht, und was nicht geht.

Wenn man WEA mit einer Gesamtleistung von 100 GW installiert, die aber zeitweise nur zwischen Null und 1 GW Strom erzeugen können, während der Strombedarf bei 80 GW und künftig sogar bei mehr als 100 GW liegt, dann ist das keine gute Bilanz.

Es bedarf nun einer grundlegend neuen Diskussion über die Energiepolitik. Das Vorhaben von SPD, Grünen und FDP, einfach so weitere hohe Milliardenbeträge in dieses System zu pumpen, zumal „auf Pump“, sollte dringend überdacht werden. Es bedarf einer fundamentalen Korrektur dieser Energiewende.

Der Journalist Roland Tichy, Chefredakteur von „Tichys Einblick“ (ehem. „WirtschaftsWoche“, „Handelsblatt“ und „Capital“, sowie ehem. Vorsitzender der Ludwig-Erhard-Stiftung) empfiehlt eine Zäsur.

Bezug nehmend auf das Buch „StromMangelWirtschaft – Warum eine Korrektur der Energiewende nötig ist“ schreibt er:

„Das Buch greift detailliert alle Fehler auf, die im Zuge des großen Traums von der Energiewende gemacht wurden – und mit aller Entschlossenheit, Gefahren und Fakten gleichermaßen zu negieren, weiterhin gemacht werden. So ist ein Kompendium entstanden, das vermutlich einen der größten politischen Irrtümer in der Geschichte der Menschheit beschreibt: Merkels Energiewende. (…)

Letztlich muss sich Deutschland die Frage stellen: Wie konnte sich eine Gesellschaft derart selbst täuschen und sich von ihren Politikern und Mainstream-Medien so täuschen lassen? Die Parteien CDU, CSU, FDP, Grüne und Linke haben begeistert mitgemacht, unterstützt von Wirtschaftsforschungsinstituten wie dem DIW, vielen NGOs, Greenpeace und Lobbyverbänden. Sie stehen jetzt vor den Ruinen ihrer verquerten Ideologie!

Es ist jetzt nicht die Zeit für Sentimentalitäten. Unserem Land droht ein Abwandern von erheblichen Teilen unserer Industrie, wenn die Energiepolitik so fortgeführt wird wie bisher. In manchen Unternehmen sind die Groschen längst gefallen: Sofern es nicht schnellstmöglich zu einer Korrektur der Energiepolitik kommt, dann werden die bestehenden Industrieanlagen zwar noch zu Ende genutzt, Neu-Investitionen erfolgen aber nicht mehr in Deutschland. Dies würde mit dem massenhaften Verlust an Arbeitsplätzen einhergehen, der Sozialstaat, auf den sich immer mehr stützen, wäre in diesem Umfang nicht länger finanzierbar.

Wagen wir jetzt einen Neuanfang in der energiepolitischen Debatte, auch im Interesse unserer europäischen Nachbarstaaten, die über die deutsche Energiepolitik vielfach einfach nur noch den Kopf schütteln. Denn würden wir so weitermachen, würden wir nicht zuletzt auch schwerste Konflikte in Europa und in der Europäischen Union riskieren, wenn die Stabilität des Europäischen Verbundnetzes durch die deutsche Energiewende immer stärker gefährdet wird.

Brisantes Papier – Zieht die Notbremse – Laufzeitverlaengerungen Atomkraftwerke.pdf (akademie-bergstrasse.de)

Der rasante Energiepreisanstieg und die Suche nach den Verantwortlichen (tichyseinblick.de)

„Energiewende ausgeträumt – droht jetzt der Blackout?“ (tichyseinblick.de)

energiewendeBundesrechnunsghofAnalyse.pdf (agrarheute.com)

Dieser Beitrag hat 5 Kommentare

  1. Uwe Werner Schierhorn

    Nach meinen Berechnungen reicht es vielleicht schon, wenn man die BESTEHENDEN (Erd-)Gaskraftwerke und alle Kohlekraftwerke auf Wasserstoff umstellt, ohne dass neue (Erd-)Gaskraftwerke gebaut werden müssen. Das entspricht ca. 1/3 der Stromerzeugung von 2020. Bei Atomkraftwerken wird das nicht gehen wegen des Rückbauprozederes und wegen strahlender Komponenten.

    Und wenn man diese umgebauten Kraftwerke ZWISCHENZEITLICH mit Erdgas betreibt, sinkt im Nichtregenerativen Segment der CO2-Ausstoß sofort um 1/4.
    Was auch für ein Umschalten zwischen Erdgas (Methan) und Wasserstoff spricht wäre die Molare Masse der Verbrennungsprodukte, die die Stufenzahl des Turbinenteils der Gasturbine bestimmt. Mit 10:11 bedeutet das, dass ein und dieselbe Gasturbine für beide Fälle laufen kann, was die Kosten der Energiewende reduziert. Die Auslegung erfolgt für Wasserstoff (optimierter Betrieb), die nichtoptimierte Adaption für Erdgas (Methan).

    Wie gesagt, dieses 1/3 der Gesamtstromproduktion ist NUR für schnell verfügbare Spitzenlast (Verbrennung des Wasserstoffs z.B. Nachts) gedacht und trägt NICHTS zur Energieerzeugung bei. FÜR DIE ENERGIEERZEUGUNG MÜSSEN SONNE UND WIND SOFORT UND SCHNELLSTENS AUSGEBAUT WERDEN!

    1. Lieber Herr Schierhorn, vielen Dank für den Kommentar. An Wasserstoff hatten wir zunächst auch gedacht, aber das eigentliche Problem liegt wohl in der Produktion, Lagerung und dem Transport. Zudem ist die sogenannte „Dampfreformierung“ sehr ineffektiv und zu viel Energie geht bei dem Umwandlungsprozess verloren. Wir bilden derzeit eine AG Energie, um mögliche nachhaltige Szenarien zu entwickeln. Die Energiewende wie sie derzeit geplant ist, führt auf jeden Fall in die Sackgasse und gefährdet massiv die Versorgungssicherheit in Deutschland.

  2. Uwe Werner Schierhorn

    Sind Treffen geplant?

    1. Sehr geehrter Herr Schierhorn, wegen den derzeitigen Bedingungen eher nur Online. Auch wir werden die Feiertage dazu nutzen, eine Pause einzulegen und im Januar 2022 wieder durchstarten.

  3. Uwe Werner Schierhorn

    Habt Ihr das Energieflußbild Deutschland 2020? Welche Fachbücher empfehlt Ihr?

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