You are currently viewing Auf dem Pandemie-Altar

Auf dem Pandemie-Altar

Eltern wissen, dass Coronaviren für ihre Kinder keine relevante Gefahr sind. Und können es doch kaum erwarten, sie endlich impfen zu lassen. Warum?

Weißt Du noch, wie es war, als die Kinder klein waren? Als Dir nach der Geburt klar wurde, dass Du für dieses Wesen verantwortlich bist – jeden Tag, jede Minute? Du hast Dir geschworen, sie zu beschützen. Du würdest alles für sie geben, so hast Du gesagt. Notfalls Dein Leben.

Aber so dramatisch wurde es meistens nicht. Was gut war für Deine Kinder, darüber konntest Du engagiert diskutieren. Es ging um gesundes Essen, den richtigen Moment für die Kita, um Spielfreunde, ausgeschlagene Zähne und Fiebernächte. Du wolltest Deine Kinder stark machen. Sie sollten aussprechen, wenn es ihnen schlecht ging. Sie sollten sich wehren. Mutig sein, frei, voller Fantasie.

Dann kam „Corona“. Du hattest vorher nicht einmal von dieser Virenart gehört. Es musste schlimm sein, auch wenn Du kaum jemanden kanntest, der daran erkrankte. Sonst hätten doch nicht alle Staaten ringsum so vehement reagiert. Man musste das doch ernst nehmen. Es war doch Pandemie.

Also hast Du den Kindern eingeschärft, zuhause zu bleiben. Ihnen verboten, andere Kinder zu treffen. Es ging doch darum, die Alten zu schützen, und wer wusste schon, auf welchem Weg das Virus von Deinem Kind ins Seniorenheim gelangen würde. Jeder konnte doch ansteckend sein, auch wenn er es nicht merkte. Es ging jetzt nicht mehr um die Gesundheit Deiner Kinder. Nur um durchhalten, weil doch jeder seinen Teil zu leisten hatte. Auch die Kinder. Und die sollten bitte, bitte nicht aussprechen, wenn es ihnen damit schlecht ging. Kann alleine spielen nicht auch mal ganz schön sein?

Du hast die panischen Blicke im Supermarkt gesehen, wenn Du ein Kind mit zum Einkaufen genommen hast. Du hast Deine Kinder zuhause bespielt, zuhause beschult. Dass das nicht gut war, war Dir klar. Nicht für Dich, nicht für die Kinder. Aber es gab ja keine Wahl. Du hast mit ihnen geübt, wie man eine Maske aufsetzt, und gehofft, dass Du solche mit bunten Mustern bekommst. Als die Schule öffnete, für einzelne Tage, waren Abstandsstreifen und Einbahnwege auf die Flure gemalt. Kein Singen mehr, kein Theater, kein Sitzkreis, keine Nähe.

Jeden Tag wurde Dir gesagt, dass die Lage dramatisch sei, dass man keineswegs nachlassen dürfe. Es waren nicht viele Tote, aber die Liveaufnahmen von den Intensivstationen waren verstörend. Es waren nie Kinder, die da erkrankten, das war dir klar. Aber wer atmete, war eine Gefahr für andere. Auch und gerade die Kinder, das musste jedes Kind begreifen. Also musstet Ihr durchhalten, die Kliniken waren doch voll, das Virus verteilte sich exponentiell. Soviel wusstest du noch aus dem Mathematikunterricht: Exponentiell heißt rasend schnell.

Als Ministerin Karliczek sagte, durchgehendes Maske tragen im Unterricht sei auch 6jährigen zuzumuten, hast Du heftig geschluckt. Und dann ein sperriges Lächeln aufgesetzt und Deinem Kind gesagt, dies sei zum Schutz aller. Auch, dass die Schule wieder schloss. Dass kein Geburtstag gefeiert werden konnte. Dass die Großeltern nur noch am Telefon erschienen. Es ging doch nicht anders, in Zeiten wie diesen. Und als sie verfügbar waren, hast Du Deinen Kindern FFP2-Masken gekauft und ihnen befohlen, sie auch in den Pausen zu tragen. Auch wenn sie mit rotem Kopf nach Hause kamen. Irgendwann ist Deine Angst vor dem Virus zur Religion geworden. Du bist bereit, im Kampf gegen die Pandemie alles zu geben: Dich einzuschränken, Dich dauernd zu testen, auf das zu verzichten, was Dir wichtig ist, die zu hassen, die nicht mitmachen wollen. Du willst andere Informationen gar nicht mehr hören, willst nur, dass es vorbei ist. Natürlich bist Du geimpft, Du warst immer auf der Seite der Wissenschaft. Nur Hypochonder und Nazis sprechen von Nebenwirkungen, und ehrlich: Hat nicht jedes Medikament auch Nebenwirkungen? Man muss Opfer bringen.

Dein nächstes Opfer ist es, Deine Kinder zu impfen. Hat man nicht davon gehört, dass Delta vor allem Kinder befällt? Und Long Covid? Und geimpft dürfen die Kinder irgendwann wieder ins Schwimmbad. Wird das nicht schön sein?

Aber ganz tief drinnen schämst du dich. Du weißt genau, dass dieses Spiel auf dem Rücken Deiner Kinder ausgetragen wurde. Dass sie viel mehr davon tragen mussten, als je ein Kind tragen sollte. Du hast Deine Kinder nicht schützen können. Vor den Masken, vor den Verboten, vor der Traurigkeit und dem tief verinnerlichten Gefühl, für andere tödlich zu sein. Wenn Du ehrlich bist, weißt Du, dass die Kinder von der Impfung keinen Nutzen haben. Nur Risiken. Und lässt sie trotzdem impfen.

Du schämst Dich zurecht.

Schreibe einen Kommentar